
Saudade do Brasil
Das Ensemble GuitArt auf Tour zwischen Villa-Lobos und Amazonasdelta
Als bisheriger Höhepunkt in der Geschichte des Ensemble GuitArt steht die diesjährige zweieinhalbwöchige Konzertreise nach Brasilien! GuitArt war Gewinner des deutschen Orchesterwettbewerbs und unternahm in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche, ausnahmslos vom Goethe-Institut großzügig unterstützte Auslandsreisen. Die diesjährige Tour nach Belém im Amazonasgebiet, Rio de Janeiro, Sao Paulo und dessen Umland stellt jedoch alles bisher Dagewesene in den Schatten. Sowohl musikalisch als auch vom Erlebniswert für jede/n Einzelne/n her übertraf die Reise alle Erwartungen. Im Folgenden wollen wir einen Überblick und kleinen Einblick in die Erlebnisse des Ensembles geben. Der Kontakt des GuitArt-Leiters Helmut Oesterreich zur Leiterin der
Camerata und Camerata Juvenil des Conservatório de Tatui, Marcia Braga, geht auf eine Begegnung und intensive Gespräche am Rande eines großen Gitarrenfestivals in Havanna (Kuba) im Jahr 2002 zurück. Erste Absichtserklärungen hinsichtlich einer Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen wurden ausgesprochen.Das Conservatório de Tatui ist in der Provinz Sao Paulo gelegen. Es ist ein musikalisches Zentrum, das in Brasilien unter dem Beinamen „Capital da Música“ hohes Ansehen genießt. Mit 3500 Studenten bietet es eine qualifizierte Berufsausbildung, die die talentiertesten jungen MusikerInnen der gesamten Großregion Sao Paulo bis hin zu ausländischen StudentInnen aus Mittel- und Südamerika anzieht.
Im November 2008 war es dann so weit: Die
Camerata Juvenil war von der Gitarrenfachschaft der Musik- und Singschule Heidelberg eingeladen und konnte für fast zwei Wochen nach Heidelberg kommen. Die Spielerinnen und Spieler waren privat untergebracht und konnten auch dank des Engagements des Heidelberger Musikschulleiters mehrere Aufsehen erregende Konzerte in und um Heidelberg geben. Daraufhin erfolgte spontan eine Gegeneinladung an das Ensemble GuitArt für 2010. Die Kontakte von Marcia Braga eröffneten weitere Konzertoptionen in Rio de Janeiro, Sao Paulo und Avaré. Eine Spielerin des Ensembles konnte durch einen Kommilitonen außerdem Konzerte in Belém organisatorisch auf den Weg bringen.Schließlich konnte es endlich losgehen! In Heidelberg versammeln sich am 22. August 2010 die 26 Spielerinnen und Spieler, junge Gitarristinnen und Gitarristen von Magdeburg bis zum Allgäu, darunter auch Solistinnen aus Frankreich und Russland. Mit dabei sind auch Mitglieder des Ensembles, die sich als Quartett unter dem Namen
Satori-Quartett zusammengefunden haben und das Repertoire durch aktuell zeitgenössische Beiträge bereichern. Drei Tage lang wird das Repertoire in Intensivproben erarbeitet.Dirigenten: Helmut Oesterreich – Stephan Werner
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Programm
Antonio Vivaldi Concerto Re major (solo: Ida Jochim) Allegro – Andante – Allegro vivo
(1678-1741)W.A. Mozart Adagio (from KV 375)
(1756-1791)Belinda Reynolds Begin
(contemporary)G.Ph. Telemann Concerto di camera (solo: Anna Zlobina, Domra)
(1681-1767) Allegro – Siciliana – Menuett – BourréeFederico Moreno Torroba Sonatina (solo: Aude Bouchet)
(1891-1982) Allegretto – Adagio – AllegroJoaquin Rodrigo Fantasia para un Gentilhombre (solo: Benjamin Skolny)
(1900-1999) Villano y Ricercar
Espanoleta y Fanfare de la Caballeria de Napoles
Danza de las hachas
CanariosErnesto Nazareth / Tom Jobim Felicidade Nazareth
(1863-1934)
Encores
:David Qualey
Goodtime
(*1947)
Alberto Ginastera
Malambo
(1916-1983)
Die Solisten:
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| Aude Boucher | Benjamin Skolny (mit Ida Jochim und Aude Boucher) | Anna Zlobina | Ida Jochim |
Das Satori – Quartett:Programmbeiträge
Thomas Morley (1557 – 1602)
April is in my mistress’ face
Martin Sadowski (*1981)
Anfänge für Saiten (v)erklingen
Pierre Passereau (1509 - 1547) Il est bel et bon
Davide Ficco (*1962)
Claps
Das Satori Quartett bei einer Probe in Santa Barrbara
Wiebke Rademacher - Christoph Rensch - Michael Zeuner -
Conny Lorenz
Zur Reise:
25. August: 2010
Reisetag. 26 Spielerinnen und Spieler, zwei Dirigenten, eine Organisationsleiterin, 27 Gitarren und etliche Gepäckstücke machen sich auf den Weg und fahren mit dem Zug nach Frankfurt Flughafen. Abflug ist um 22.35h nach Sao Paulo, zehn Stunden Flugdauer.
26. August:
Ankunft sechs Uhr morgens Ortszeit in Sao Paulo, vier Stunden
Aufenthalt, dann Weiterflug nach Belem, Pará. Beim Anflug auf die Stadt bietet
sich ein großartiges Panorama aus weiten Regenwäldern und trägen Flüssen und der
einsam darin auftauchenden Metropole mit der Skyline des alten Zentrums des
Kautschukhandels. Abgeholt werden wir von Juliana, der Schwester des
Kommilitonen unserer Mitspielerin Conny Lorenz, in deren Landhaus circa 50 km
vom Stadtzentrum entfernt das ganze Orchester für die Aufenthaltszeit von sechs
Übernachtungen eingeladen ist. Juliana hatte den gesamten Aufenthalt des
Ensembles in Belém innerhalb weniger Tage professionell vorbereitet. Dies ist
umso bemerkenswerter, da der ursprüngliche Kontakt uns kurzfristig abgesagt
hatte. Ein Tropensturm hatte leider kurz vor unserer Ankunft das Dach des
geplanten Konzertortes, des Theatro da Paz, zerstört, und so mussten alle
vorgesehenen Veranstaltungen bis einschließlich Oktober ausgesetzt werden; Damit
fiel leider auch die geplante TVProduktion aus.
Juliana konnte uns wunderschöne alternative Konzerte in Belém und Santa Bárbara
organisieren. Unkonventionell, unkompliziert, gastfreundlich und immer
hilfsbereit steht sie uns zur Seite. Im Landhaus gibt es sogar einen Koch, der
uns mit heimisch-exotischen Köstlichkeiten verwöhnt. Im Haus finden acht Betten
und eine Unzahl Hängematten Platz, die Spielerinnen und Spieler genießen die
Bademöglichkeit mitten im Regenwald.
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| Das Landhaus in Santa Barbara | Frühstück (nur die Früchte!) | Fischmahlzeit am Pará |
27. August:
Um unseren Jetlag zu kurieren, auszuruhen und zu baden unternehmen wir tags darauf zunächst einen sehr entspannten Ausflug an den Fluss Pará, der an dieser Stelle so breit ist, dass das andere Ufer nicht zu sehen ist. Es herrscht eine Brandung wie an einem Ozeanstrand, jedoch ist das Wasser süß. Am Nachmittag besichtigten wir die Innenstadt und unsere Konzertorte in Belém (Kathedrale da Sé, Fortaleza Forte do Presépio, Igreja São Alexandro,Mercado Ver-o-Peso, Estação das Docas).
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Probe |
Fischessen am Rio Pará
28. August: Intensiver Probentag im Haus zur Vorbereitung des ersten Konzertes. Die Möglichkeit selbst zu kochen entlastet die Reisekasse: Abends kochen Stefan Werner und Miriam Oesterreich für alle.
29. August:
Konzert in der Igreja São Alexandro, der ältesten Kirche der Stadt, die mit wunderbar restaurierter barocker Ausstattung und guter Akustik einen idealen Konzertort darstellt. Die fast 400 Zuhörer drängen sich, viele finden keinen Sitzplatz mehr. Das offensichtlich fachkundlige Publikum – es gab kein Zwischenklatschen zwischen einzelnen Sätzen der Werke – hört sehr konzentriert zu und zeigt seine Begeisterung schon durch Standing Ovations in der ersten Konzerthälfte. Dennoch gibt es am Ende einige enttäuschte Gesichter: Da alle unsere mitgebrachten CDs innerhalb kürzester Zeit verkauft sind gibt es nicht genügend für alle.
30. August:
Am nächsten Tag unternehmen wir einen Bootsausflug auf Nebenarmen des Pará durch enge Kanäle in den Regenwald, wobei es wie üblich um 15 Uhr regnet. Ein von einem 68jährigenAmazonas-Bewohner, der mühelos Palmen erklimmt, geführter Rundgang im Regenwald wartet mit Baumriesen, Kautschukbäumen, 95 % Luftfeuchtigkeit und einer hautnah vorgeführten Vogelspinne auf.
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| Belem | Regenwald am Pará | Regenwaldtour |
31. August:
An unserem letzten Tag in Belém besichtigen wir den beschädigten Jugendstilbau des Theatro da Paz, dem ursprünglich vorgesehenen Konzertort und erkunden das Stadtzentrum in Kleingruppen. Am Abend findet ein weiteres Konzert in etwas kleinerem Rahmen in SantaBárbara statt. Unsere Gastgeberfamilie hatte alle Freunde, Bekannten und Bewohner des Ortes eingeladen. Wir widmen dieses Konzert als Dankeschön unserer großzügigen Gastgeberfamilie. Im Anschluss gibt es ein großes Abschiedsfest mit Churrasco und Caipirinha auf der Veranda des Landhauses.
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| Theatro la Paz in Belem | Kutterhafen |
Abschiedsfest in Santa Bárbara |
1. September:
Reisetag mit Inlandsflug nach Rio de Janeiro. Ankunft am späten
Nachmittag, Transfer zum
Hostel mit Taxi-Vans. Abends baden einige noch im Atlantik am
Strand der Copacabana, alle sitzen noch in einem Strandcafé zusammen.
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"Sala de Sessoes", der Konzertsaal in Rio |
Strand von Copacabana mit Zuckerhut | Corcovado |
2. September:
Besuch des Corcovado mit der imposanten Christusstatue. Dorthin geht es im öffentlichen Bus durch das unglaubliche Verkehrschaos. Die 700 Meter über der Stadt thronende Statue erreichen wir mit einer Zahnradbahn. Von dort hat man einen umwerfenden Panoramablick über die einzigartig gelegene Metropole, die Berge, die Insellandschaft, die Buchten und Lagunen, den Zuckerhut und die Strände von Copacabana und Ipanema. Nachmittags holt uns ein Bus der Deutschen Schule (Escola Alemã Corcovado) zum Konzert ab, das im Schulgebäude, das früher die Amerikanische Botschaft gewesen ist, stattfindet. Das Lehrerkollegium und Schülereltern sind auch hier wieder begeistert von unserem Programm und bedauern, dass das Konzert nicht größer angekündigt war. Anschließend werden Getränke und opulente Snacks serviert. Der Präsident der
Rio Guitar Society Luis Carlos Barbieri zeigt sich beeindruckt und will unsere CDs in seinem Internet-Radioprogramm posten. Der Direktor der Schule äußert den Wunsch nach einer weiterführenden Kooperation.3. September:
Am Vormittag bestreiten wir zweimal hintereinander ein schülergerecht moderiertes Kurzprogramm für mehrere Schulklassen der Deutschen Schule. Der Nachmittag steht dann zur individuellen Gestaltung frei. Einige der SpielerInnen besuchen das Villa-Lobos-Museum, andere das Museo de Arte Moderna oder genießen den nachmittäglichen Strand. Die Gruppe als Ganzes besucht abends die beiden berühmten Bohème-Viertel Lapa und Santa Teresa mit der Metro.
4. September:
Am nächsten Nachmittag findet eines der sicherlich repräsentativsten Konzerte der gesamten Tour in der Sala de Sessões in dem zu Kulturzentrum und Nationalbibliothek, Museum und Konzertsaal umgestalteten Gebäude des ehemaligen Obersten Gerichtshofs von Brasilien statt. Auch hier sind die Beifallsbekundungen des Fachpublikums überaus enthusiastisch. Das hervorragend organisierte Konzert, zu dem etwa 200 Gäste kommen – etliche müssen abgewiesen werden, da die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist – erntet begeisterten Zuspruch. Im Anschluss äußern mehrere brasilianische Komponisten und Musiker Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Ensemble GuitArt. Die folgende Nacht verbringt das Ensemble im Reisebus nach Sao Paulo, der um Mitternacht in Copacabana losfährt und uns um acht Uhr morgens im Hostel SP im Zentrum der Metropole absetzt.
5. September:
Im Gegensatz zu Rio wirkt die Stadt zunächst einmal recht ernüchternd. Es ist kalt, es nieselt und die Stadt ist feiertagsbedingt leer und grau. Das Frühstück nehmen wir in einem Lokal an der Praça da Republica ein, wir stöbern auf einem Kunsthandwerksmarkt und besichtigen das historische Zentrum und die Kathedrale. Nachmittags werden die Zimmer des Hostels bezogen, und wir verbringen den Abend im Viertel Vila Maddalena mit hervorragendem Essen und leckeren Cocktails.
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Satori Quartett in der Faculdade Canteira der Universität |
Sao Paulo Zentrum |
Kathadrale |
6. September:
Zum Konzert in einem Saal der Universität (FacultadeCanteira) fährt das gesamte Orchester sehr abenteuerlich in Konzertkleidung und mit Instrumenten mit dem öffentlichen Nahverkehr. Organisiert wurde das Konzert von dem „Gitarren- Papst“ Sao Paulos Henrique Pinto, bei dem eine ganze Generation von derzeit namhaften GitarristInnen und GitarrenpädagogInnen in Brasilien studiert haben. Er zeigt sich sehr erfreut und lobt das Niveau des Ensembles überschwänglich. Auch im Publikum befindet sich Stefan Graf von Galen, der Präsident des
Colégio Benjamin Constant, einer Deutschen Schule Sao Paulos. Er hat einen Bus zur Verfügung gestellt, der uns vom Konzert in der Universität abholt und nach einer großzügigen Einladung an das gesamte Ensemble in eine feine Pizzeria auch wieder ins Hostel zurückfährt.7. September:
Nach dem Auschecken werden wir wieder mit dem Bus abgeholt und zum Konzertsaal des
Colégio Benjamin Constant gefahren. Bei dem gemeinsamen Konzert, das wir mit demSchulchor und einem brasilianischen Mandolinenorchester bestreiten, sind auch der deutsche Botschafter Sao Paulos und seine Kulturreferentin zugegen. Beim anschließenden Sektempfang entstehen überall lebhafte Gesprächsrunden. Die verbleibenden Stunden in Sao Paulo verbringen wir im MASP, dem bedeutendsten lateinamerikanischen Museum für moderne Kunst. Der Bus für die zweistündige Fahrt nach Tatui am späten Nachmittag wird uns dankenswerterweise noch einmal vom Colégio Benjamin Constant gestellt.|
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Colegio Benjamin Constant - Sao Paulo |
Nach dem Bezug der einfachen aber sehr sauberen Studentenzimmer des Conservatório de Tatui entstehen sofort Kontakte zu den dort wohnenden MusikstudentInnen, spontan wird sogleich miteinander musiziert, bevor wir zu einem gemeinsamen Abendessen in einem netten Lokal der Kleinstadt aufbrechen.
8. September:
Die nächsten zwei Tage sind die musikalisch intensivsten der ganzen Reise. Vormittags werden neue Stücke geprobt, die nach einer nachmittäglichen gemeinsamen Probe schon am selben Abend in einem gemeinsamen Konzert mit ansässigen StudentInnen und Ensembles aufgeführt werden. Zeitgleich stößt der Kammermusik-Workshop, den Stefan Werner anbietet, auf große Resonanz und begeisterten Zuspruch, sodass für den nächsten Vormittag gleich eine Wiederholung angesetzt wird. Abendlicher Konzertort ist das großzügige Theatro, es sind schöne Flyer und Programme gedruckt, die Veranstalter der „Capital da Música“ haben sich erfolgreich um exzellente Gastgeberschaft und professionelles Management bemüht. Marcia Braga, Deise Juliana und Edson López sind dabei gesondert zu nennen und für ihren außergewöhnlichen Einsatz zu loben. Das Gemeinschaftskonzert umfasst ein virtuoses Gitarrenduo, sodann ein Gitarrenquartett, bei dem auch eine der Spielerinnen einen brasilianischen Choro singt. Das Jugendgitarren- Ensemble
Camerata Juvenil und das professionelle Gitarren-Ensemble der Gitarrendozenten des Conservatório, die Camerata, leiten über zum Höhepunkt des Abends, dem gemeinschaftlichen Projekt-Orchester mit über 60 beteiligten Gitarristinnen und Gitarristen. Die Arrangements von brasilianischer Musik werden im Wechsel von Marcia Braga und Helmut Oesterreich dirigiert.|
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| Konzert in Tatui: GuitArt mit Stephan Werner |
Poster in Tatui |
Helmut Oesterreich und Marcia Braga |
9. September:
Am darauffolgenden Tag wird am Vormittag eine Fernseh-Lifesendung mit Stücken und Interviews aufgenommen. Am Nachmittag setzt Stefan Werner seinen Kammermusik-Workshop fort während Helmut Oesterreich ein Dirigier-Seminar für Ensemble-Leiter anbietet. Die EnsemblespielerInnen besuchen derweil eine rustikale, sehr authentische Cachaca-Brennerei in der Nähe der Stadt. Am Abend hat das Ensemble GuitArt sein ‚eigenes’ Konzert, wieder auf der großen Bühne des Theatro, wo es erneut ein Fachpublikum enthusiastisch entlässt und einmal mehr mit seinem musikalischen Können begeistert. Besonders gelobt werden die Klangkultur und die Präzision im Zusammenspiel. Besonders gefeiert wird Benjamin Skolny, der Solist im Rodrigo-Konzert.
Anschließend fahren wir mit dem Bus nach Avaré. Der letzte Teil der Reise auf Schotterpisten gestaltet sich abenteuerlich, und es mutet surrealistisch an, wie der Bus nachts um zwei Uhr an einer abgelegenen Finca ankommt. Die Gastgeber der komfortablen Fazenda haben Suppe vorbereitet, es stehen Betten für alle zur Verfügung, und dann werden bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam musiziert, Gitarre gespielt und Choros gesungen. Der Empfang ist mehr als herzlich und großzügig. Die Gastgeber verstehen sich als Musikmäzene, die den traditionellen brasilianischen Choro lieben und am Leben erhalten wollen.
10. September:
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| Die Finca Jangada / Avaré | Garten der Finca und See |
Das wunderbare Gelände der Fazenda wird erkundet, besonders der Badesee findet begeisterte Anhänger, der angrenzende Wald, der paradiesische Garten und das für das gesamte Orchester bereitgestellte Churrasco sorgen für Hochstimmung. Um 17 Uhr gibt GuitArt sein letztes Konzert der Tour in privatem Rahmen auf der Terrasse des Hauses für die Gastgeberfamilie und geladene Freunde und MusikerInnen vor dem Schauspiel des Sonnenuntergangs im See. Bei den Gastgebern fließen Tränen der Rührung, denen sich einige SpielerInnen am liebsten anschließen würden. Nach dem Konzert findet eine große Party mit dem Orchester und brasilianischen MusikliebhaberInnen statt, es wird gegessen, getrunken, gesungen und gespielt bis in die frühen Morgenstunden.
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Privatkonzert in Jangada / Avaré |
gemeinsames Musizieren mit Gatgeberin Evelise und Choromusikern |
11. September: - Rückreise
Nach dem Frühstück und einem Mittagsimbiss heißt es Abschiednehmen und die vierstündige Busfahrt zum Flughafen in Sao Paulo antreten. Schließlich bringt uns der Flug mit Tam
Airlines über Nacht alle wohlbehalten und erfüllt von außergewöhnlichen Erlebnissen und Eindrücken zurück nach Frankfurt.12. September:
Ankunft in Frankfurt Flughafen und schwerer Abschied der zu einem Freundeskreis zusammengewachsenen Gruppe. Zum Glück ist auch den Instrumenten auf der langen Flugreise nichts passiert. Neben all den schönen Erlebnissen ist auch anzumerken, dass es eine Erleichterung für die OrganistorInnen bedeutet, dass auf der Reise nicht die geringsten negativen Vorkommnisse zu verzeichnen waren. Es gab keine nennenswerten organisatorischen Pannen, niemand erkrankte oder machte Erfahrungen mit Kriminalität. Die Erfahrung der Gastfreundschaft, und hier seien insbesondere noch einmal Belém, Tatui, Colégio Benjamin Constant und Avaré zu nennen, hat uns alle tief berührt, und es steht zu erwarten, dass Freundschaften mit BrasilianerInnen auch über den Tag hinaus gewachsen sind. Dem Goethe-Institut sei gedankt, dass es solche Unternehmungen, bei denen Jugendliche über die Musik transkulturelle Erfahrungen machen können, unterstützt. Sicherlich tragen solcherlei Unternehmungen neben den Bemühungen auf der großen politischen Bühne auf persönlicher Ebene zum interkulturellen Austausch, Toleranz und Offenheit in hohem Maße bei.
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... THE END ... |
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